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Autogas in der Schweiz

Überraschende Statistik des Kraftfahrtbundesamtes

Ausgabe AutoGas Journal Heft 2 März/April 2011

Zahl klettert auf unglaubliche 418.659 Autogas-Fahrzeuge

Die alljährliche Statistik des Kraftfahrtbundesamtes wird insbesondere von den Generalimporteuren für Autogasanlagen mit Spannung erwartet. Die Zahlen für 2011 warfen allerdings einige Fragen auf, denn angeblich sollen 49.229 Fahrzeuge im Bezugsjahr 2010 umgerüstet worden sein, da der Bestand von 369.430 Fahrzeugen auf 418.659 gestiegen ist, die auf deutschen Strassen mit Autogas unterwegs sind. Das sorgte für Stirnrunzeln bei den Generalimporteuren, denn wenn nicht sie, welcher Konkurrent sollte seinen Marktanteil so gewaltig ausgedehnt haben?

Selbst die Spurensuche bei den Importeuren gab keine Antwort auf diese Frage. Nimmt man die Zahlen zusammen, die von Gasdrive (BRC), ecoengines (Lovato), Femitec (AC Stag) Gunnar Services (Prins) und Autogastechnik Triptis (Zavoli) genannt wurden, kommt man knapp auf ein Drittel der vom KBA veröffentlichten Zahlen. Zählt man noch die auf dem deutschen Markt vertretenen kleineren Gasanlagenhersteller und Importeure hinzu und addiert die Zahlen der OEM, bleibt immer noch eine Deckungslücke von mehr als 20.000 Fahrzeugen. So machte sich in 2011 angesichts der Marktzahlen von 2010 bei einigen Ratlosigkeit breit. ,,Wer soll denn das alles umgerüstet haben“ lautet die oft gestellte Frage.

Autogasanlagen eintragen lassen!

Die Antwort darauf wissen aufmerksame Leser des AutoGas Journal aus den Vorjahren: Allein beim Skandal um den Umrüster Bytomski, der im vergangenen drei Jahren sein Unwesen in Deutschland trieb, wurden 2010 nachträglich gut 1000 Abgasgutachten eingetragen. Diese Fahrzeuge flossen natürlich in die Statistik mit ein.

Aber drehen wir die Zeit mal zurück ins Boomjahr 2008: Autogasanlagenkonnten damals gar nicht so bezogen werden, wie sie ihren Weg in die Fahrzeuge fanden. Teilweise waren Tanks Mangelware, die Lager einiger Importeure waren leer. Osteuropäische Kfz-Mechaniker nutzten die Gunst der Stunde und hatten mit einigen schlecht informierten Kunden in Deutschland leichtes Spiel. Siehe den Fall Bytomski. Abgasgutachen wurden aus Kostengründen gar nicht erst ausgehändigt, auf eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere verzichtete man. Mittlerweile haben die Medien, unter anderem das AutoGas Journal, sich diesem Misstand angenomen, der vor allem langfristig schadet. Der Erfolg: Auch Sachverständigenorganisationen und Strassenverkehrsämter bis hin zu den Verkehrsministerien sind nun endlich sensiblisiert. Die Folge war, dass immer mehr Fahrzeughalter gezwungen waren, ihre Anlagen in die Fahrzeugpapiere eintragen zu lassen. Genau diesem Umstand in 2010 sind die hohen Zahlen in der Statistik wohl zu verdanken. Darauf reagierte beispielweise BRC sehr konsequent. Der Premium-Hersteller stanzte auf Verdampfer für den polnischen Markt die Buchstaben ,,PL“ ein.

Aufgrund unterschiedlicher nationaler Regeln und Sicherheitsstandarts sowie der stark differenzierten Umsetzung eropäischer Normen wie der EC R 115 scheint es dringend erforderlich, dass alle Beteiligten – Gasanlagenhersteller, Behörden und Importeure – Regelungen finden, um den Problemen in Deutschland zu begegnen.

Ein Blick auf die Entwicklung der Erdgasfahrzeuge:

Ganze 3004 Fahrzeuge kamen 2010 zum Bestand hinzu. Man rechnet damit, dass mehr als 70 % von den Erdgasversorgern als Dienstfahrzeuge angeschafft wurden. Damit bestätigt sich der Trend, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete: Erdgas spielt als Alternativantrieb im Bereich der privaten Mobilität in Deutschland keine grosse Rolle mehr.

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