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Autogas in der Schweiz

Der kleine Vergaser

Fiat Panda 0,9 8V Twinair Natural Power CNG (Erdgas)

Fiat ist bei Alternativen Antrieben noch nicht so weit wie andere Hersteller – immerhin verschiedene Gas-Versionen gibt es. Arrive testete den Pnda 0,9 8V Twinair Natural Power CNG und war durchaus angetan.

Drei Pandas hatte ich in meinem Leben: Einen abgerockten als Student, später einen guten Gebrauchten als Jungredakteur und zuletzt den ersten Neuwagen überhaupt – als als praktischen Zweitwagen für die junge Familie. Es war noch die alte ,,tolle Kiste“ und immer war es ein günstiges Auto mit sehr viel Charme und selbst beim Wiederverkauf blieb dieses gut Gefühl, denn es hatte nie viel an Wert verloren.

Jetzt, Jahre später fahre ich wieder Panda, die aktuellste Version und es geht wieder darum, möglichst viel Auto fürs Geld zu bekommen und zusätzlich Umwelt zu entlasten. Da bot sich die Erdgas-Verssion an, schon seit Jahren im Programm, seit 2017 in ihrer neusten Version mit niedrigem 85 Gramm CO2 pro Kilometer. Der CNG-Motor stösst rund 25 % weniger CO2 im Erdgasbetrieb aus, womit man rund 300 Kilometer weit kommt. Das klingt nicht nach einer Reise von München nach Hamburg, aber dafür kann man entweder von Gas- auf Bezinbetrieb umschalten, dann schafft man diese Strecke in einem Rutsch. Dafür ist der Panda allerdings nicht gedacht, wenngleich er längst nicht mehr den alten Billigst-Eindruck hinterlässt wie seine Vorgänger, schon gar nicht in der schicken Lounge-Version, in der man ihn ab gut 15.000 Euro bekommt.

Wer sich also aufs CNG-Fahren beschränkt, ist 5 PS schwächer unterwegs, im Alltagsbetrieb und in der Stadt merkt man das gar nicht. Das ,,greencarmagazin.de“ hat einmal ausgerechnet, das man im Erdgasbetrieb rund 324 Euro pro Jahr spart, wenn man eine Jahresfahrleistungvon 10.000 Kilometer zugrunde legt und und damit den etwas höheren Kaufpreis nach einigen Jahren wieder drin hat – das Umweltgewissen dazu gibtes gratis.

Ich hatte zu keiner Phase des zweiwöchigen Tests den Eindruck, in einem Auto zu sitzen, das nicht jeder Verkehrssituation gerecht werden kann. Im Gegenteil: Im Stadtbetrieb gibt es kaum etwas Passenderes, den die Leichtgängigkeit, die geringe Grösse, der Wendekreis, das Ladevolumen und die in den neusten Jahrgängen stark verbesserte Konnektivität, machten das Zweckmässigkeitsgefühl komplett. Mein per 5-Euro-Halterung angebrachtes iPhone verband sich sofort mit dem Fahrzeug und mit meinem ,,maps“-Programm hatte ich sofort ein Navi. Überhaupt, wer in Zusatzausstattung investiert, kommt in die Nähe des Komforts grösserer Fahrzeuge, vielleicht sollte man darüber mal mit dem Händler verhandeln.

Unterm Strich ist dieses Fahrzeug eine Empfehlung und wer sich die Mühe macht, die Liste mit den rund 900 Erdgastankstellen im Land zu checken, wird in den meisten Gegenden nicht das Gefühl haben, von der Aussenwelt abgeschnitten zu sein.

Technische Daten Fiat Panda CNG

Motor

Zweizylinder Reihen  0,9l

Leistung

80 PS (CNG)

Maximales Drehmoment

145 Nm bei 1900

Höchstgeschwindigkeit

168 km/h

0-100

12,8 Sekunden

Verbrauch

3,1 m3/kg / 100 Kilometer

CO3-Emissionen

85  g/km

Länge x Breite x Höhe

3,65 m x 1,82 m x 1,60 m

Radstand

2,30 m

Abgasnorm

Eeuro 6

Preis

ab 15.690 Euro (Testwagen circa 18.000)

Quelle: arrive

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Rendezous

In der Bretagne

Grosse Familienkutsche und trotzdem sparsam und rundum sicher unterwegs. Geht das alles überhaupt? Natürlich. Wir fuhren den etwas altersreifen Nissan X-Trail und waren von der Sparsamkeit des Fahrzeuges angetan.

Der Japaner, der ein halber Franzose sein will, fuhr in unserem Testgebiet, der Bretagne, ezellente Werte ein. Nur das Einparken gehört nicht zu den Stärken des wichtigen SUV.

Unser Testgerät zeigte gleich bei unserer ersten Ausfahrt, wo seine ganz grossen Stärken liegen würden: dem Platz, der reichlich vorhanden ist – und zwar sowohl vorne wie hinten. Das schätzen sicher convenience-orientierte Fahrer, die von der übersichtlichen Anordnung der Instrumente sicher genauso begeistert sind, wie von der Beinfreiheit und dem Platz allerlei Ablageschnickschnack, von Coffee to gobis Kaugummi, CD’s oder Fotoapperat.

Auch die Schar der Mitfahrer auf den Rücksitzen dürfte die ausserordentlich ausgeprägte Hingabe zu grossem Raum lieben, ebenso wie grossen Seitenfenster. Lediglich das Glas im Heck könnte grösser sein. Ansosten kann sich der Fahrer über die grosse Anzahl an Helfern, wie den Kopf- und Seiten-Airbags, dem Spurhalte-Assistenten, dem Geschwindigkeitsregler oder dem Notbrems-Assistenten mit Fussgängererkennung freuen.

Die Test-Ausführung Acenta mit 120 kw (163 PS) hatte dazu noch ein paar Extras, die auch ordentlich extra kosten. Denn während Grundversion Visia mit 25.440 Euro zu Buche schlägt, werden es mit Navi ,,Nissan Connect“, 360 Grad Rundumschicht, den beheizbaren Vordersitzen samt Lenkrad und der schönen, aber doch etwas zu auffäligen Perleffecktlackierung ,,Monarch Orange“ recht schnell 31.670 Euro. Das ist aber gemessen an der Menge der Helfer-Technik ein guter und günstiger Preis, der sicher auch etwas mit der nicht mehr ganz taufrischen Euro-6-Einstufung und der fehlenden Kompaktheit zu tun hat.

Schwierige Einschätzung der Räume an den Seiten

Denn wenn eines nicht die Stärke des ruhig und gleichmässig marschierenden Autobahn-Gleiters ist, dann das Einparken bzw. Hindurchfahren von schmalen Toren und befahren eng begrenzter Fahrbahnen. Selbst der Schreiber dieser Zeilen brauchte bei der Hindurchfahrt durch ein Tor mit 40 Zentimeter Platz jeweils an den Seiten, drei Anläufe, um sicher und passgenau die Durchfahrt auch tatsächlich bewältigen zu können. Aber auch auf den Autobahnen ist die Einschätzung von Platz zu den linken und rechten Fahrbahnmarkierungen und Begrenzungsstreifen bisweilen schwierig. Enge Fahrspuren, Tunnel oder Toreinfahrten tragen dann zur Verunsicherung des Fahrers bei und lassen die ursprügliche Gelassenheit zum eher ,,angestrengter“ Fahrerlebnis bisweilen werden.

Das hängt mit den Massen des Fahrzeugs zusammen, die dem X-Trail von innen nach aussen schauend, wesentlich voluminöser erscheinen lassen als er real ist. Hier kommt dem kleineren Fahrzeugbruder Qashqai seine kompaktere Bauweise sehr zugute, denn diese Probleme gibt es dort nicht. Der kleinere SUV ist zirka 25 Zentimeter schmaler und rund 30 Zentimeter kürzer als der X-Trail. Bessere Masse also, die im Stadtgebiet das Fahrgerät einfach händelbarer machen.

Ansonsten lassen Grundfeatures wie das 6-Gang-Schaltgetriebe des X-Trail inklusive der Start-Stopp-Automatik keine Wünsche übrig. Das fahren auf der Autobahn macht Spass, auch wenn der Vortrieb bei Steigungen dort etwas spritziger daherkommen könnte. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern und ausreichend Kofferrauminhalt für die Reise zu viert, kann sich jede Familie auf die Reise machen, sofern die nicht einen grösseren Teil des Hausstandes mitnehmen will. Etwas nervig ist die nach einer Stunde regelmässig erscheinede Anzeige oberhalb des Lenkrades, die zu einer Pause auffordert. Wer grössere Strecken zurücklegen möchte, kann das aber getrost ignorieren.

X-Trail Punktet mit niedrigen Verbrauch

Wer letztlich dann noch Leichtmetallfelgen und auch beheizbare Aussenspiegel zu schätzen weiss, kann sich tatsächlich mit dem wuchtigen SUV anfreunden, sofern er ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis hat und sich für einen sehr guten Rückwärtseinparker hält.

Bei den von uns zudem durchgeführten Nachtfahrten fiel uns sehr positiv die automatische Schaltung auf Ablendlicht auf, sobald ein Fahrzeug sich von vorne auf der Gegenfahrbahn näherte. Ansonsten lohnte sich auf unseren Fahrten immer der ständige Blick auf die Geschwindigkeitsanzeige, weil das Fahrzeug oft gefühlt langsamer fuhr als dies real dann der Fall war. Ein weiterer ganz grosser Pluspunkt des Fahrzeugs ist natürlich der recht niedrige Verbrauch des Superbenzins.

Zwar lagen die Verbräuche alle durchweg höher als von Nissan angegeben, bewegten sich aber immer noch in sehr guten Bereichen. Ausserorts kamen wir auf den französischen, rundweg geschwindigkeitsbegrenzten Strassen und Autobahnen auf 6,0 Liter pro 100 Kilometer, was zwar 0,7 Liter über den von Nissan angegebenen Wert liegt, immer noch aber sehr akzeptabel für die Urlaubskasse sein dürfte. Sehr schön dabei ist, dass die Reichweitenanzeige sich stets dem Fahrverhalten anpasst und dem Fahrer auch gerne mal ein paar Kilometer ,,schenkt“, sofern er sich durch umsichtiges wertvolles Fahverhalten auf der Strecke auszeichnet.

Technische Daten

Nissan X-Trail

Antrieb

4-Takt-Ottomotor (MR 16)

Leistung

120 kW / 163 PS bei 5.600 U/min

Maximaler Drehmoment

240 Mn bei 2.000 bis 4.000 U/min

Höchstgeschwindigkeit

200

0 – 100 km/h

9,7 sec.

Reichweite

Je nach Fahrweise bis zu 821 Kilometer im Test

Kraftsoffverbrauch gesamt

6,76/100 km im Test

Abgasnorm

Euro 6

Effiziensklasse

C

Länge x Höhe x Breite

4.690 x 1.700 x 1.820 mm

Quelle: arrive

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