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Autogas in der Schweiz

Robert Mattern brennt für Wasserstoff

Er ist wohl etwas wie ein Überzeugungstäter: Robert Mattern (62) aus Münster, Apotheker im Ruhestand.  Als einer der ganz wenigen Privatleuten Deutschland fährt er ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle, genauer geasgt einen Hyundai IX35 Fuell Cell.

Was er dafür bezahlt hat, weiss Mattern gar nicht genau, es intreessiert ihn auch nicht wirklich. ,,Irgendwas um 50.000 Euro“, erinnert sich der Münsteraner im Gespräch mit Arivve. Ist ja schon rund eineinhalb Jahre her, dass er sich von seinem Mercedes E280 verabschiedet hat und voll auf den Antrieb mit Wasserstoff – kurz H2 – setzt.

,,Die Frage nach dem Preis kommt immer als erste“, weiss Mattern. Wenn dann sein Gegenüber angesichts der 5 oder 6 als erste Ziffer die Nase rümpft, kommt gleich seine Gegenfrage: ,,Können oder wollen Sie sich das nicht leisten.“ Und schon sei man mitten in der Diskussion, wie viel und welches Auto ein Memsch wirklich braucht. 50.000 bis 60.000 Euro sind heute für einen konventionellen PKW mit Verbrennungsmotornun wirklich keine preislichen Ausreisser mehr. Da gerät mancher ins Grübeln.

Ist es Leidenschaft oder Ökospheen?

Diese Frage stellt sichn Norbert Mattern selber, und das nicht seit gestern. Mit 15 fiel ihm in der Stadtbücherei ein Buch in die Hände, das die Wasserstofftechnologie als umweltfreundliche Alternative zu Benzin thematisierte. Lange schon waren die ersten H2-Autos als Prototypen unterwegs, aber eben mehr nicht. Mercedes zum Beispiel testete ab 1994 lange den NeCar (New Electric Car oder auch No Emission Car), BMW fuhr mit einer kleinen Flotte von Wasserstoff-Fahrzeugen auf Basis des 750i, die unter anderem bei der Expo 2000 in Hannover zum Einsatz kamen. Bei BMW wurde allerdings ein Verbrennungsmotor mit H2 betrieben und nicht eine Brennstoffzelle zur Stromerzeugung genutzt. Dann tat sich über viele Jahre nichts. ,,Der Hyundai war der erste, der öffentlich angeboten wurde“, berichtet Mattern. Und konseqenterweise hat er zugegriffen.

Auf seiner eigenen Internetseite www.norbertmattern.de wird der 62-Jährige selbstironisch: ,,Wer wenn nicht ich, soll den Anfang machen? Ich habe das Geld ja, und wofür- wenn nicht für neue und saubere Technologien und Umwelt – soll ich’s denn sonst ausgeben?“

Sein ,,Hobby“ ist, andere für Wasserstoff zu begeistern – und das macht der Münsteraner sehr gut. ,,Man kann den Leuten nicht mit Ideologie kommen“, ist seine Erfahrung. Die Frage ,,wie viel ist mir die Umwelt wert“, laufe oft ins Leere. Und immer wieder dreht es sich um Kosten. Für Norbert Mattern unverständlich, ,,wenn ich mir die Zulassungszahlen in der Oberklasse ansehe“. Auch bei den Herstellern herrsche Zurückhaltung. Gleich mehrfach bekam das der rührige Apotheker auf der jüngsten Hannover Messe zu hören: ,, Wir setzen auf Elektro, Wasserstoff ist uninteressant.“

Das hält en Münsteraner aber nicht davon ab, weiter als Botschafter in Sachen Brennstoffzelle unterwegs zu sein. Mattern ist Mitbegründer der H2-Freunde. Laut eigenen Flyer ,,eine Ansammlung von Menschen, die sich für Wasserstoff-Technologie interessieren.“ Gemeinsam mit dem Energieinstitut an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen mit seinem Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen bieten die H2-Freunde Workshops an. Teilnehmen kann jeder, nur Interesse und ein paar Grundkentnisse in Chemie und Physik sollten vorhanden sein.

Mit Wasserstoff in den Urlaub?

Knapp 16.000 Kilometer hat der 62-jährige in eineinhalb Jahren mit dem ix35 Fuel Cell zurückgelegt. ,,ich bin 100-prozentig zufrieden. Das ist Beste, war mir je passieren konnte“, gerät er förmilich ins Schwärmen. Das Auto sei ein vollwertiger Ersatz für alles, was er vorher gefahren ist. Nicht die ganzen 16.000 Kilometer gehen auf sein Konto. ,,Meine Frau nörgelt nicht, sie will nur noch H2 fahren.“

Zudem bietet Mattern jedem Interessierten breitwillig eine Porbrfahrt an. Und so drehen wir auch eine kleine Runde um die Westfalen-Tankstelle in Münster Süden, quasi der Heimathafen für den ix35 Fuel Cell ist. Stimmt, es fehlt einem an nichts. Die Beschleunigung ist trotz nicht gerade üppiger 136 PS wie bei batteriegetriebenen beeindruckend, denn es es liegt ja sofort das volle Drehmoment an. Und dann diese Ruhe!

Doch wie sieht es mit dem Tanken aus?

,,Würden Sie sich trauen, mit dem Auto in den Urlaub – sagen wir mal nach Bayern – zu fahren?“, fragen wir Norbert Mattern.

Nun, dass muss er nicht, schliesslich hat er ein Hymer-Wonhmobil. Aber auch ohne die Wohnung auf Räder sieht er kein Problem. Bundesweit gebe es aktuell über 40 H2-Tankstellen, berichtet Nikolas Iwan, Geschäftsfüher der H2-Mobility Deutschland GmbH & Co. KG. Bis zum Jahresende 2019 sollen es schon 100 sein. Angepeilt sind mittelfristig400 bis 2023. Der Fachman kennt dabei auch die Vorzüge gegenüber der Elektromobilität: ,,E-Auto fahren macht wirklich Spass, laden hingegen weniger. Wasserstoff ist da die Lösung: Elektromobile Beschleunigung, bei 3 Minuten tanken und Reichweiten von bis zu 800 Kilometer. Wir freuen uns über immer mehr Wasserstoff-Pioniere, die unser schnell wachsendes Tankstellennetz nutzen. Wer will kann das Wachstum des Netzes über unsere aktuelle App H2LIVE mitverfolgen.“

An den Hauptachsen sind im Abstand von 100 Kilometern H2-Tankstellen, ergänzt Mattern.

Na ja so ganz passt das mit den 100 Kilometer nicht – ist ja schliesslich Durchnscnittswert. In Richtung Süden kann Mattern bereits in Kamen (45 Kilometer) Wasserstoff nachfassen, nach Norden kommt erst in Höhe des Bremer Kreuzes (186 Kilometer) die erste Gelegenheit. Im Internet-Preisportal www.clever-tanken.de waren übriegens beide Stationen Ende Juni noch nicht gelistet. Doch Mattern nutzt die alte App der Wasserstoff-Initiative Clean Energy Partnership (CEP), die sogar anzeigt, ob die Tankstelle betriebsbereit ist oder wegen Störung oder Wartung nicht angefahren werden sollte.

Mobile Tankstation für den Notfall

Mit einer Reichweite von 500 Kilometern könnte er es locker bis an die dänische Grenze schaffen. Doch tanken müsse er ja irgendwann sowieso und der Sprit koste überall das gleiche. Daher würde er die Tankstelle in Bremen nicht links liegen lassen. Entsprechend hat der Münsteraner noch nie Probleme bekommen. Er weiss aber von einem anderen ix35-Fahrer, dass dieser tatsächlich mal den mit Kohlenfasern verstärkten Stahltank unter dem Kofferraum leergefahren hat. Da zeigte sich dann, was eine wirkliche Mobilitätsgarantie wert ist. Hyundai schicke nicht etwa einen Abschleppwagen, sondern rückte mit einer mobilen Tankstation an. Chapeau!

 95 Cent zeigt der Prteismast für Wasserstoff an Westfalen-Tankstelle in Münster an. Doch der Preis bezieht sich auf 100 Gramm. H2 ist nun mal extrem leicht und die Kiloangabe mit 950 Cent würde dann doch stärker irritieren, denn es wäre ja der höchste Preis aller Kraftstoffe. Doch egal was am Preismast steht – abgerechnet wird am Schluss. Das sieht dann wieder gut aus. Der Tank des ix35 Fuel Cell fasst offiziell 5,64 Kilogramm Wasserstoff bei 700 bar. Angegeben ist der Verbrauch mit 1 Kilogramm auf 100 Kilometer. ,,Realistisch sind 1,1 Kilogramm, im Winter sind 5 % mehr“, so die Erfahrung von Norbert Mattern, der akribisch jeden Tanvorgang in einem kleinen Notizbuch vermerkt. Im Schnitt tankt er rund 4 Kilogramm – macht das also 38 Euro oder 10,45 Euro auf 100 km. Das Ganze dauert – anders als bei batteriegespeisten Elektroautos – nicht länger als der Tankvorgang bei konventionellen PKW mit Verbrennungsmotor.

Bistum Münster erwirbt H2-Fahrzeug

Bleibt da noch das mumlige Gefühl bei Gasautos. Norbert winkt ab. ,,Ich habe ais Apotheker viel mit Chemie zu tun, ich mache mir keine Sorgen.“ Es habe Versuche mit Tankbeschuss gegeben. wenn es doch mal eine undichte Stelle geben sollte, so verflüchtigt sich der Wasserstoff sehr schnell oder brennt schlimmstenfalls einfach ab, aber es explotiert nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Tank ein zündfähiges Gemisch entstehe, sei extrem klein, denn bei einem Überdruck von 700 Bar können Luft oder Sauerstoff gar nicht in den Tank hineinkommen, weil der austretende Wasserstoff das gar nicht zulässt. Ein zündfähiges Benzin-Luft-Gemisch würde ihm mehr Sorgen bereiten. So langsam kommt Wasserstoff in Fahrt. Bei Hyundai soll bald der Nexo als Nachfolger des ix35 an den Start gehen. Mercedes Benz folgt im Herbst mit dem GLC F-Cell, der aber nur gemietet, jedoch nicht gekauft oder geleast werden kann.

Toyota hat den Mirai, Renault den Kongoo. ,,Das Bistum Münster hat auch ein Fahrzeug angeschafft“, weiss Westfalen-Gruppe Pressesprecher Helge Wego. Und der Fahrservice ,,CleverShuttle“ (Berlin) hat mit einem Bestand von 75 Fahrzeugendie grösste H2-Flotte der Welt.

Bei der Westfallen-Tankstelle in Münster stieg die Nutzung von zwölf Tankungen mit rund 40 Kilogramm Wasserstoff im Januar 2017 auf 40 Tankvorgänge mit insgesamt 100 Kilogramm H2 im Januar 2018. ,,Ab Oktober sollen hier zwei Busse der Stadtwerke Münster regelmässig Wasserstoff tanken“, kündigt Wego an. Norbert Mattern nimmt’s zufrieden zur Kenntnis. So ganz falsch kann sein ,,Hobby“ demnach nicht sein.

Quelle: arrive

Das Automagin für die Mobilität der Zukunft

Eigener Kommentar zu diesem Beitrag:

Seine Idee ist lobenswert von Herr Mattern aus Münster das man mehr mit Wasserstoff fahren sollte. Sicher ist Wasserstoff für die Zukunft im Bezug von den Schaddstofausstoss von PKW Ideal da nur Wasser aus dem Auspuff kommt. Nur leider kann Wasserstoff nur mit Strom hergestellt werden und solange der erwähnte Krafstoff nicht wie zum Peisbiel mit Solarzellen hergestellt wird muss man sich Fragen was bringt Wasserstoff noch für die Umwelt. Da Wasserstoff zur Herstellung kaum aus dem Strom von Wasserkraftenwerken oder anderen Alternativen kommt ist hier ein Teufelkreis vorhanden und der eigentliche Sinn zum Umweltschutz dahin.

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