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Autogas in der Schweiz

Statistik des Kraftfahrtbundesamtes zeigt Plus von fast 40.000 LPG-PKW

Es ist mal wieder ein Interessanter Artikel im der Zeitschrift Heft 2 April/Mai 2013 über die Zunahme von den  Zulassungen von LPK-PKW in Deutschland und von diesen Zulassungen in der Schweiz kann man nur staunen.

Auch 2012 hat Autogas von allen alternativen Antrieben den grössten Zuwachs gehabt. Das belegt die aktuelle Bestandsstatistik des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes. Danach gab es am Stichtag 1. Januar 2013 genau 494.777 PKW, die mit LPG befeuert wurden. Dies sind 38.525 oder 8,4 % mehr als 366 Tage zuvor.

Nennenswerte Zuwächse konnte daneben nur der Hybridantrieb verzeichnen. Hier notierten die Flensburger Statistiker zwar ein Plus von 36,4 % auf jetzt 64.995 Autos, in absoluten Zahlen fahren jedoch nur 17.353 Hybridfahrzeuge mehr auf unseren Strassen. Also nicht einmal halb so viel wie der Zuwachs, der bei Autogas gezählt wurde. Gleichwohl ist Hybrid – das ja dank Energiezurückgewinnung und Elektrounterstützung nichts anderes als ein besonders sparsamer Benziner oder Diesel ist – auf dem besten Weg, Erdgas hinter sich zu lassen. Ganze 1.431 zusätzliche CNG-PKW sind bein KBA gegenüber dem 1. Januar 2012 registriert (+ 1.9 %). So liegt bei einem Bestand von 76.284 Erdgas-Autos der Vorsprung Hybrid bei nur noch gut 11.000 Stück. Man muss kein Probhet sein, um vorauszusagen, dass Hybrid bei der nächsten Jahresstatistik an CNG vorbeigezogen sein wird.

Nach wie vor spielen Elektrofahrzeuge unter den alternativen Antrieben keine Rolle. Zwar gab es ein Plus von 2.573 oder 56,7 %, doch der Bestand 7.114 ist noch weit von der Million entfernt, die die Bundesregierung bis 2020 als Ziel ausgegeben hat.

Planungen zufolge sollen künftig Hybridfahrzeuge zu den Stromern gezählt werden, um die Elektro-Planzahlen zu erreichen. Trotz des in absoluten Zahlen grössten Zuwachses ging der ,,Marktanteil“ von Autogas an den alternativen Antrieben wegen grösseren Basis von 645.702 Fahrzeugen um 1,5 Prozenpunkte auf immer noch sehr beachtliche 76,6 % zurück. Damit werden aber immer noch mehr als drei von vier PKW von Deutschlands Alternativkraftstoff Nr. 1 angetrieben. Der Marktanteil von Erdgas sank um einen Prozentpunkt auf 11,8 %, Hybrid legte um knapp zwei Prozentpunkte auf 10,1 % zu. Stromer dümpeln bei 1,1 % herum (+ 0,3 Prozentpunkte).

Bezieht man die Bestandszahlen auf alle zugelassenen PKW, so haben alle Alternativen nur einen Anteil von 1,49 %. Hört sich erst einmal wenig an, doch die Entwicklung zeigt stetig in eine Richtung nach oben. Vor fünf Jhren hatte der Anteil nur bei 0,95 % gelegen. Von den aktuell 1,49 % entfallen auf Autogas 1,14 Prozentpunkte, alle anderen haben eine 0 vor dem Komma. Strom als vorrangige Antriebsenergie haben übriegens nur 0,16 Promille aller zugelassenen Autos.

Neuzulassungen 2012 mehr als verdoppelt

Der Zuwachs an Autogas-Fahrzeugen blieb 2012 hinter den Erwartungen vieler Experten zurück. Richtschnur war in der Vergangenheit immer die Zahl der Neuzulassungen gewesen, also PKW, die vor dem ersten Kilometer bereits mit LPG ausgerüstet sind. Im Allgemeinen sind das die Fahrzeuge, die von den Herstellern mit Autogas-Anlagen ausgeliefert werden. Diese Zahlen sahen das ganze vergangene Jahr über blendend aus. Zum ersten Mal nach 2009 war die Zahl neu zugelassener Autogas Fahrzeuge wieder im funfstelligen Bereich – der zweithöchste Wert seit Beginn der KBA-Aufzeichnungen. Es gab nicht einen Monat, in dem die Zahl der Neuzulassungen mit LPG unter der des Vorjahres lag. Am Ende summierten sich die Daten auf 11.465 Autos. Das war ein sattes Plus von 135,3 % gegenüber 2011. Stärker vertreten bei den Neuzulassungen alternativer Antriebe sind nur Hybridfahrzeuge (41,074/+ 58,4 %). Erdgas büsste sogar 17 % auf 5.215 Neuzulassungen ein, und Elektro bildet nach wie vor deutlich das Schlusslicht mit 2.956 neuen Autos (+ 37,2 Prozent). Bester Autogas Monat im Jahr 2012 war der Juli mit 1.396 Erstanmeldungen vor Juni (1.301) und August (1.232). Die wenigsten LPG-Neuzulassungen gab es in den Wintermonaten Januar (592) und Februar (589). Aus diesen sehr guten Zahlen war das ganze Jahr über hochgerechnet worden, wie hoch wohl der Bestand an LPG-PKW am Stichtag 1. Januar 2013 sein wird. Denn nur zum Jahreswechsel veröffentlicht das Kraftfahrtbundesamt sogennante Bestandszahlen, also die Menge der Fahrzeuge – alt oder neu – die auf unseren Strassen unterwegs sind. Und erst hier finden sich statistisch belegt auch Nachrüstungen mit Autogas-Anlagen wieder. Der Zuwachs von PKW mit LPG hatte in den vergangenen vier Jahren 5,7- bis 10,2-mal so hoch gelegen wie die Neuzulassungen. Das liess 530.000 bis 540.000 Autogas-PKW als wahrscheinlich erscheinen. Am Ende gab es jedoch ,,nur“ den Faktor 3,4.

Erklären lässt sich dies mit zwei Gründen: Zu einem kommen immer mehr LPG-Fahrzeuge ,,in die Jahre“ und werden nach Erreichen der Wirtschaftlichkeitsgrenze dauerhaft abgemeldet. Das wird besonders bei Erdgas deutlich, das 2005/2006 unter ähnlichen Bedingungen startete wie Autogs. Obwohl 2012 5.212 CNG-PKW neu in den Verkehr kammen, stieg der Bestand um 1.431 Fahrzeuge. Unterm Strich fielen also 3.800 ,,Erdgaser“ durch Unfall oder Verschrottung aus der Statistik. Hochgerechnet auf Autogas dürften hier zirka 30.000 PKW dieses Schicksal erlitten haben. Der zweite Grund ist, dass das Nichteintragen einer Gasanlage bei der Hauptuntersuchung seit einigen Jahren einen erheblichen Mangel darstellt. Entsprechend wurden die Fahrzeuge erst Jahre später umgeschlüsselt, um die begehrte Plakette zu bekommen. Inzwischen sind die meisten ,,heimlichen LPGler“ aufgefallen. Bei neuemn Umrüstungen wird mehr als früher auf den korrekten Eintrag in die Fahrzeugpapiere geachtet – schliesslich kann man damit unter Umständen ein paar Euro Steuern sparen.

Quelle: Das AutoGas Journal

Hinweis wegen dem Vergleich zwischen den Autogas-PKW und den Erdgas-PKW:

Dieser Vergleich zwischen den erwähnten Alternativen Kraftstoffen ist leider in der Schweiz umgekehrt. aber es ist nur eine Frage der Zeit bis in der Schweiz die Erdgas-PKW der Anteil kleiner Ist wie in Deutschlang gegenüber der Autogas-PKW in der Schweiz.

ADAC-Test vergleicht Werkslösung mit zwei Nachrüstungen

Hier wieder ein ADAC-Test aus der Zeitschrift AutoGas Journal Heft 1 Februar/März 2013 über den Skoda Octavia. Dieser Artikel soll dem Käufer in der Schweiz mit den ADAC-Test weiterhelfen auch wenn die Nachfrage nicht so gross ist wie in Deutschland nach dem Skoda Octavia mit eingebauter Autogasanlage.

Einmal sehr gut, zweimal gut

Der ADAC ist in der Vergangenheit nicht immer als grosser Befürworter von Autogas in Erscheinung getreten. Jetzt hat er drei Skoda Octavia mit LPG getestet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Skoda mit Autogas ,,ab Werk“ erhielt die Note ,,sehr gut“, Nachrüstungen mit Anlagen von Landi Renzo wurden mit ,,gut“ bewertet.

Die drei Fahrzeuge wurden von dem Automobilclub einem einjährigen Dauerstest mit jeweils rund 40.000 Kilometern unterzogen. Alle sind nach Meinung der Tester auf einem technisch hohen Niveau, wobei sich der Werks-Skoda als am ausgereiftesten erwiesen habe. Er sei – zum Beispiel durch die volle Integration des Bordcomputers – das am besten abgestimmte und komfortabelste System. Als Pluspunkt für den ,,orginal“ LPG-Octavia wurde bewertet, dass das Fahrzeug die volle Herstellergarantie hat. ,,Bei eventuellen Problemen kann sich der Hersteller nicht herausreden“, heisst es.

Der Werkseinbau greift auf eine Autogas-Anlage von Landi Renzo zurück. ,,Von einem Umbau merken die Insassen nichts“, stellen die Tester fest. Die Gaskomponenten seien mit viel Liebe zum Detail in das Fahrzeug integriert worden. Besonders wird hervorgehoben, dass zwei analoge Tankanzeigen Auskunft über die Füllstände von Benzin und Autogas geben, und der Umschalter zwischen beiden Kraftstoffen im passenden Designin die Standard-Tastenleiste integriert ist. Das Fahrzeug sei absolut problemlos zu fahren gewesen, und es seien keinerlei Mängel im Dauerstest aufgetreten. Aussagen zur Amortisationszeit werden in dem Test leider ebenso wenig gemacht wie zum Mehrpreis der Autogasanlage. Hier hilft zurzeit auch die Skoda-Internetseite nicht weiter, da der 1,6-Liter-Motor als reine Benzinvariante nicht angeboten wird.

Landi Renzo-Anlage mit ECE-R115

Auf Platz zwei im Vergleichtest landet die Umrüstung mit ebenfalls einer Anlage von Landi Renzo, die eine ECE-R115-Zulassung hat und damit genau definierte Vorgaben für den Einbau. Der Umbau erfolgte durch die Firma Dressler in Obertraubling. Der Preis für die Gasanlage inklusive Einbau und Versicherung lag bei 2.396 Euro.  ,,Die Arbeit wurde ordentlich durchgeführt, die Gasleitungen sauber verlegt und alle Befestigungen mit Rostschutz versehen“, lautete das Urteil der Tester. Im Gasbetrieb habe sich der Motorklang etwas geändert. Die geringfügig schlechteren Fahrleistungen hätten sich subjektiv kaum ausgewirkt. Lediglich ganz zu Anfang des Tests habe es zwei kleine Störmeldungen gegeben, nach der 1.000-Kilometer-Inspektion sei dieser Skoda einwandfrei und ohne Mängel gelaufen.

LPG-Octavia Nummer 3 hat eine Prins VSI nach ECE-R67, eingebaut vom Kfz-Service Aigner in München. Zwar bescheinigten die Tester dem Autohaus eine kompetente Beratung, der man die jahrelange Erfahrung im Umbaugeschäft angemerkt habe, doch sei die Umrüstung nicht frei von Kritik: Stromkabel seien teilweise unsauber verlegt, die Tankanzeige hing schon nach kurzer Zeit nur noch am Kabel und beim Entfernen der Unterbodenverkleidungen seien Gewindestifte abgerissen und anschliessend nicht mehr korrosionsgeschüzt zusammengesetzt worden, so die Kernaussagen auf der ADAC-Internetseite. Dies führte zur deutlichen Abwertung in der Benotung der 2.976 Euro teuren Gasanlage (inkl. Einbau, elektronisch geregeltem Ventilschutzsystem und Versicherung). Zwischen Gas- und Benzinbetrieb stellten die ADAC-Ingenieure keine Unterschiede fest. Das Umschalten erfolgte praktisch unmerklich. Lobend hoben sie ebenfalls hervor, dass die Gasanlage, bei warmen Motor direkt auf LPG startet. Das spare langfristig Benzin. ,,Die Prins-Anlage arbeitete während des Dauertests einwandfrei und ohne Beandstandungen“, vermerkt der Prüfbericht.

Einsatz von Additiven verlängert Amortisationszeit

Bezüglich des Amortisationszeitraumshat der Club scharf gerechnet. Zu den Umbaukosten addierte er auch einen erhöhten Wartungsaufwand für die Gasanlagen-Inspektion sowie die Kosten des Additivs bei der nachträglichen Umrüstungen. Der Werkswagen komme dagegen dank angepasster Motorteile ohne Additive aus. Für ihn ermittelte der ADAC einen Durchschnittsverbrauch von 10 Liter LPG pro 100 Kilometer sowie zusätzlich 4 Liter Benzin je 1.000 Kilometer. Der gleiche Benzinverbrauch wurde auch bei der Landi Renzo-Nachrüstung notiert, allerdings lag hier der LPG-Konsum nur bei 8,9 Litern. Vom Additiv ,,Flashlube“ wurden 53 ml auf 1.000 Kilometern gebraucht. Die Prins-Anlage hatte einen LPG-Verbrauch von 9,3 Liter pro 100 Kilometer plus 3,7 Liter Benzin und 62 ml Flashlube auf 1.000 Kilometer.

Daraus errechnete sich ausgehend von den akzuellen Kraftstoff- und Additivpreisen eine Amortisation der Landi Renzo-Anlage nach rund 75.000 Kilometern. Bei der Prins-Gasanlage waren es sogar 87.000 Kilometer. Für den Werkseinbau bleibt der ADAC, eine Amortisationsberechnung wegen des fehlenden Benzin-Referenzmodells schuldig.

Der Automobilclub leitet aus dem Test die Forderung ab, dass die Autohersteller mehr Modelle ab Werk anbieten sollten. Testingenieur Martin Ruhdorfer weiter: ,,Die Autogasanlagen-Hersteller sollten mehr Anlagen anbieten, die nach ECE-R115 zerifiziert sind, und die Umrüster sollten mehr auf diese 115er-Anlagen setzen.

Quelle: Das AutoGas Journal

Hinweis zu diesem Kommentar:

Was leider hier fehlt sind die Angaben über den Preisunterschied zwischen Erdgas und Autogas.

Der der Preisunterschied ist In der Schweiz zum Teil das Erdgas 20.- Rappen teurer gegenüber dem Autogas und hat immer noch die größere Reichweite als das Erdgas.

Auch ist in den anderen Länder der Preisunterschied zwischen Erdgas und Autogas ähnlich.

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