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Ioniq 5

Nummer 5 lebt

Neue Plattform, neues Desgin, neue Marke. Mit dem Ioniq 5 startet der Hyundai-Konzern seine nächste Elektro-Offensive. Diesen Sommer kommt das Crossover-Modell zu den Händlern – mit 800 Volt.

Eine gewisse Vorreiterrolle kann man dem Autobauer Hyundai wahrlich nicht absprechen. Recht früh waren die Koreaner beim Thema Elektromobilität dabei. Kona und Inoiq sind seit Jahren auf der Strasse. Sogar ein Brennstoffzellenmodell, der Nexo, findet sich im Portfolio der koreanischen Marke.

Doch scheint dies ales nur eine Art ,,Warm-up“ gewesen zu sein, verglichen mit dem, was zukünftig von den Bändern in Fernost laufen soll. Hyundai bringt bereits diesen Sommer den Ioniq 5 auf den Markt, ein äusserst cool aussehendes Crossover-Modell im Segment der Mittelklasse. Nun mag ein neues Auto nicht gleich die Branche aufrütteln. Doch hinter Ionoq 5 steckt mehr.

Der smarte Fünftürer gilt intern nicht nur als ,,Design-Statement“ und soll einen Ausblick daraug geben, was in Zulunft von der neuen Elektromarke Ioniq erwartet werden kann, Ioniq 5 steht auch auf einer komplett neu entwickelten, hochmodernen Plattform, genannt E-GMP. Diese Architektur ist in grossser Masse skalierbar und verfügt wie der Porsche Taycan und der technisch baugleiche Audie e-tron GT über eine 800-Volt -System. Kein anderes Fahrzeug im Volumensegment bietet derzeit diese Hochspannung. Zudem ist das System so ausgelegt, dass der Ioniq 5 als Powerbank eingesetzt und beispielsweise E-Scooter und E-Bikes, ja sogar andere Elektroautos laden kann. Mit der gleichen E-GMP-Architektur schickt Hyundai in den kommenden Jahren dann den Ioniq 6 und den Inoiq 7 an den Start, aller Voraussicht nach werden dies eine Lmousine und ein SUV sein.

Hyundai zeigt klare Kante und knackige Proportionen

Zweifellos, der Ioniq 5 ist ein Eye-Catcher. Er besticht durch Purismus, klare Linien, grosse Räder und knackige Proportionen. Koreanischer Barock und asiastisches Bling-Bling war gestern. Das kantige Desgin enspricht nahezu vollständig der Studie ,,45″, die Hyundai 2019 in Frankfurt zeigte, und soll ein bisschen an das Hyundai ,,Pony Coupe“ aus den 70er Jahren erinnern.

Zu dem coolen Desgin hätten wir allerdings Kameras statt konventioneller Seitenspiegel gewünscht, ähnlich wie der Audie e-tron und der Honda haben. Die beruhigende Antwort liefert der Desginchef Lue Donckerwolke: ,,Die kommen im nächsten Jahr.“

Auch im Innenraum zeigt der Ioniq 5 das Cockpit-Erlebnis von Morgen. Es dominiert ein Wilde-Screen ähnlich wie bei der Mercedes S-Klasse. Unter dem Glas befinden sich zwei jeweils 12,25 Zoll grosse Displays (über diese Ausstattung verfügen übrigens alle Versionen). Doch nicht alles läuft über Touch. Das zeigt die kleine Schalterleiste in der Mitte, die links mit dem Lauf-/Leise-Drehnopf des Radios endet.

Eine gutte Idee ist die Verschiebbare Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen. Wird sie zurückgeschoben, entsteht vorne eindurchgehender Fussraum und man könnte dann – beispielsweise in einer sehr engen Parklücke – durchrutschen und auf der anderen Fahrzeugseite aussteigen. Viel Platz und ein gutes Raumgefühl waren beim Ioniq 5 ohnehin zentrale Themen. Beste Voraussetzungen liefert da natürlich der riesige Radstand von 3,00 Metern. Mehr hat kein anderes Modell bei einer Aussenlänge von 4,64 Metern. ,,Wir bieten Platz wie im D-Segment“, verspricht Produktmanager Andrian Péré und verweist auf die vorderen Liegesitze. ,,Auf ihnen kann man zum Beispiel während eines Ladevorgangs entspannen.“

Recycelte Plastikflachen, Leder mit Leinsamenöl

Bei den Materialien gingen die Color&Trim-Leute dagegen ein bisschen halbherzig vor. Zwar finden sich im Innenraum, dem Zeitgeist entsprechend, Textilien aus Zuckerrohr, Wolle und recycelten PET-Flaschen, und viele Oberflächen sind mit einem Polyurethan-Biolack beschichtet, der aus Raps- und Mais-Öl gewonnen wird. Doch das vegane Interieur, wie es zum Beispiel Volkswagen beim Konkurrenten ID.4 anbietet, lässt bei Hyundai noch auf sich warten. Ganz auf Leder wollen die Koreaner nicht verzichten. Immerhin: Die Tierhaut wurde mit Leinsamen-Öl behandelt und gefärbt. Wenn der Ioniq 5 im Sommer bei uns in den Markt geht, kann der Kunde unter zwei Batterien sowie Allrad- und Hinterradantrieb wählen. Das Einstiegsmodell hat 125 kW und eine 58-kWh-Batterie (beides ist identisch mit dem VW ID.4). Steckt die grössere Batterie (72,6 kWh) im Boden, schafft der E-Motor eine Leistung von 160 kW. Das maximale Package heisst: 155 Leistung hinten und 70 kW vorne (zusammen 225 kW). Auch hier entsprechen die Werte exakt dem allradgetriebenen VW ID.4 GTX.

Den Wolfsburger Stromer übertrifft der Ioniq 5 allerdings deutlich bei der Batteriespannung. Wie bereits eingangs erwähnt, liegt sie bei 800 Volt – und ist damit doppelt so hoch. Dies erlaubt an einer Gleichstromsäule deutlich höhere Ladeströme. Hyundai gibt hier 220 kW an. Zum Vergleich: Beim VW ID.4 sind es 125 kW. Der Ioniq 5 könnte so im Bestfall innerhalb von 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Eine Kaffeepause dauert meist länger.

Technische Daten Ioniq 5 AWD

Motor

2 Elektromotoren

Antrieb

Allrad

Leistung

225 kW/306 PS

Max. Drehmoment

605 Nm

0-100 km/h

5,2 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

185 km/h

Stromverbrauch

Keine Angaben

Batteriekapazität

72,6 kWh

Reichweite WLTP

ca 480 km

Ladeleidtung

bis 11 kW AC und bis 220 kW DC

Kofferraum

5.31 bis 1.591 Liter, vorne 24 Liter

Länge x Breite x Höhe

4,64 m x 1,89 m x 1,61 m

Preis

Keine Angaben

Basismodell

ab 41.900 Euro

Quelle: arrive

Das Automagazin für die Mobilität der Zukunft

Opel Mokka-E

Frisch gebrüht

Nach über acht Jahren setzt Opel einen frischen Mokka auf. Die zweite Generation hat nicht nur deutlich an Chic und Charme gewonnen, das City-SUV gibt es erstmals auch in einer vollelektrischen Variante.

Ein wenig geschmunzelt hatte die Branche damals schon. Wie kann nur eine Automarke ihr Modell nach einer Kaffeeart benennen? Doch Opel hatte mit dem Mokka ein gutes Näschen, erkannte früh den Trend der City-SUVs. Der Mokka entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Seit Auflegung der Baureihe im Jahre 2012 haben die Rüsselsheimer über eine Million Exemplare produziert.

Jetzt schickt Opel die Nachfolgegeneration an den Start. Und diese ist, nicht wie sonst meist üblich, grösser und schwerer, sondern kleiner und leichter. Denn mittlerweile gehört Opel nicht mehr zur amerikanischen Mutter General Motors (GM), sondern ist unters Dach des französchischen PSA-Konzerns geschlüpft. Ein Glücksfall. PSA verfügt über eine hochmoderne Plattform, gennat CMP (Common Modular Plattform). Sie erlaubt sowohl den Einbau konventioneller Verbrennungsmotoren als auch die Integration eine elektrischen Antriebs. So gibt es den neuen Mokka, analog zum Corsa, als Benziner, Diesel und als Vollstromer.

Kurze Übergänge, grosse Räder und knackige Proportionen sind schon mal gute Zutaten, um ein Auto proper dastehen zu lassen. Opel hat dies beim Mokka sehr gut umgesetzt. Der Wagen gefällt mit einem schnorkellosen und sportlichen Desgin. Mit einer Länge von 4,15 Metern ist er zwölf Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, gleichzeitig auch zwölf Zentimeter flacher und einen Zentimeter breiter. Auffällig ist sein sogenannter ,,Vizor-Grill“, der an das Visier eines Motoradhelmes erinnern soll. Wer jetzt einen Blick auf die Rückseite wirft – nach unserer Meinung die Schokoladenseite -, erkennt, dass unterhalb der Heckscheibe die Schattenfläche (dort, wo der Blitz sitzt) fast die gleiche ,,Vizor“-Form hat wie der Grill.

Alt und Neu: Touch-Screen und Drehregler

Im Cockpit zog modernste Digitalisierung ein. Zwei Bildschirme sind unter einer grossen Fläche aus Polycarbonat zusammengefasst. In der Basis hat der Mokka zwei jeweils sieben Zoll grosse Displays. Das Topmodell verfügt über einen zehn, in der Mitte sogar über einen zwölf Zoll grossen Bildschirm. Typisch Opel: Alles ist klar und übersichtlch gegliedert sowie zu beienen. Verspielte Gimmicks, die auf Kosten der Funktionalität gehen, gibt es nicht. Wichtige Funktionen müssen nicht umständlich per Touchscreen oder in Untermenüs gesucht, sondern können klassisch über Schalter und Drehregler bedient werden. Jeder findet sich im Mokka sofort zurecht.

Das Raumgefühl ist grosszügig. Als sehr bequem erweisen sich die Sitze. Was nicht verwundert. Schon seit 2008 baut Opel zertifizierte AGB-Exemplare ein. Die Abkürzung steht für ,,Aktion Gesundheit Rücken“ (Dieser Zertfizierung unterzieht sich übriegens auch Mercedes). Beim Mokka kann für den Fahrersitz sogar eine Massagefunktion geordert werden.

Hinten hält sich der Sitzkomfort in Grenzen, zumindest für Personen über 1,80 Meter Körpergrösse. Doch sollte hier nicht vergessen werden: Der Mokka misst eben nur knapp über vier Meter. Klar, dass dann auch der Kofferraum keine Wunder vollbringen kann. Mit 310 Litern liefert er gute Bedingungen für den Alltag. Sollen grössere Dinge verstaut werden, bleibt noch das Umklappen der Rücksitzlehnen. Das Ladevolumen steigt auf 1.060 Liter.

Zeit, den Startknopf zu drücken. Antriebsmässig bedient sich der Mokka-e aus dem PSA-Baukasten, heisst: Elektromotor mit 1000 kW, Fromtantrieb, Batterie 50 kWh Kapzität. Kalter Kaffee, salopp gesagt. Daher lieferte der kleine Opel während unsererTestfahrt nicht wirklich Überraschendes, zeigt aber einmal mehr, welcher Antrieb optimal zu einem Auto passt, das vorwiegend im städtischen Umfeld bewegt wird. Der Elektromotor glänzt mit einer Ruhe und Geschmeidigkeit, fast könnte man sagen, souveränen Lässigkeit, wie sein Verbrenner in dieser Hubraumgrösse niemals hinbekommt. Nicht einmal mit einem Automatikgetriebe.

Seine Maximalleistung (100 kWh und 260 Nm) stellt der Mokka-e allerdings nur zur Verfügung, wenn zuvor der Fahrmodus auf ,,Sport“ gestellt wurde. Das Anprechverhaltenist dann so, wie man es von einem Stromer erwartet. In Stellung ,,Normal“ reagiert der E-Motor mit nur noch 80 kW und 220 Nm naturgemäss etwas weniger spontan. Würde man den Modus ,,Sport“ zuvor nicht gedrückt haben, würde man die höhere Leistung nicht vermissen. Der Mokka schwimmt munter im Verkehr mit. Deutlich behäbiger verhält sich der Wagen in der Stellung ,,Eco“. Nur noch 60 kW und 180 Nm entlässt die Elektronik in Richtung Strasse. Dieses Herunterregeln soll helfen, die Reichweite zu erhöhen. Sie liegt nach dem heute gültigen WLTP-Zyklus bei immerhin 324 Kilometer. Temperatur und Fahrstil haben darauf natürlich massiven Einfluss. Zwischen 200 und 250 Kilometer sollten als winterlicher Wert aber möglich sein.

350 Reichweite in der Stadt sind möglich

Anders herum:In der Stadt bei sommerlichen Bedingngen dürfte der Mokka-e vermutlich auf über 350 Kilometer kommen. An einer Gleichstrom-Schnelladesäule (DC) lässt sich der Akku maximal mit einer Leistung von 100 Kilowatt befüllen. 100 Kilometer Fahrstrecke wären so nach gut zwölf Minuten ,,nachgetankt“. Für zu Hause sind an einer Wallbox dreiphasig elf kW möglich. Über Nacht angeschlossen, ist die Batterie somit am nächsten Morgen stets vollgeladen startklar. Zum Thema Assistenzsysteme hält Opel den Mokka ein ganzes Bündel an elektronischen Helferlein im Angebot. Insgesamt sind es 16, in der Klasse ein Spitzenwert. Verkehrsschilder, Fussgänger und Radfahrer werden erkannt, automatisch der Abstand zum Vordermann sowie die die Spur gehalten, der ,,Tote Winkel“ berücksichtigt und anderes mehr. Das Rangieren fördert eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera.

Ein buchstäbliches Highlight ist das LED-Matrix-Licht. Es erlaubt volles Fernlcht, ohne dass der Vordemann oder der Gegenverkehr geblendet wird. Diese Technik kennt man normalerweise nur aus höheren Fahrzeugklassen. Eine Philosophie von Opel ist es jedoch, gerade solche Dinge ins Volumensegment zu bringen.

Insgesamt liefern die Rüsselsheimer Autobauer mit dem Mokka-e ein überzeugendes Gesamtpaket ab: schickes Desgin, moderne Technik, gute Qualität – und auch der Preis mit 34.110 Euro geht in Ordnung (abzüglich 9.570 Euro Umweltbonus). Frisch gebrüht, riecht der Mokka-e nach Erfolg. Intern dürfte man sich bei Opel vermutlich kräftig die Hände reiben. Schon jetzt liegen die Bestelleingänge weit über den Erwartungen, was leider die Lieferzeiten länger und länger werden lässt. Aber das Warten lohnt.

Technische Daten Opel Mokka-e

Motor

Elektro

Leistung

100 kW/136 PS

Batteriekapazität

50 kWh

Maximales Drehmomet

260 Nm

Höchstgeschwindigkeit

150 km/h

0-100 km/h

9,6 Sekunden

Reichweite WLTP

324 km

Stromverbrauch

17,4 bis 18,0 kWh/100 km

Ladeleistung

bis 11 kW AC und bis 100 kWh DC

Länge x Höhe x Breite

4,15 m x 1,79 m x 1,53 m

Preis

34.110 Euro

Quelle: arrive

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